Tips für eine harmonische Mensch-Hundbeziehung

Friss
Wer kennt das nicht? Frauchen kommt mit dem gefüllten Hundenapf, Hund springt an Frauchen hoch, um an das Futter zu kommen, der Napf steht nicht mal noch richtig auf dem Boden, da ist der Hundekopf schon drinnen und verschlingt das Futter. Doch das muss nicht so sein.
Der Gregos musste von Anfang an warten, bis er die Erlaubnis bekam, zu fressen. Nur wie bringt man das einem ungestümen Welpen bei? Wir haben das so gelöst: In einer Hand hielt ich den Futternapf, kniete mich neben den Hund, mit der anderen Hand hielt ich ihn fest und hab den Napf auf den Boden gestellt. Klein-Gregos wollte natürlich unbedingt zu dem Napf - konnte aber nicht, weil ich ihn festhielt. Nach einiger Zeit hat er sich dann beruhig, schon hingesetzt, und dann kam das Kommando "friss". Erst jetzt durfte er zum Futter. Das haben wir natürlich bei jeder Mahlzeit durchgezogen, nach einiger Zeit hat er sich schon automatisch hingesetzt, wenn er seinen gefüllten Futternapf gesehen hat.
Nun ist es so, dass er solange vor dem gefüllten Napf wartet, bis er auf das Kommando "friss" losmampfen darf.


Straße
Ein sehr wichtiges Kommando für Hunde, die frei laufen. Der Hund muss sich auf das Kommando "Straße" beim Gehsteigrand hinsetzen und warten, bis Frauchen bei ihm ist. Mit dem Kommando "OK" darf er weiterlaufen. Gelernt wird so, dass man bereits mit dem Welpen - zuerst natürlich angeleint, übt, am Straßenrand zu warten.
Voraussetzung ist natürlich, dass der Hund das Kommando "sitz" bereits kennt. Nun wird bei jedem Gehsteigrand (und das ist besonders wichtig - wirklich bei JEDEM Gehsteigrand - auch wenn gerade kein Auto kommt!) stehen geblieben und der Hund mit dem Kommando "sitz" abgesetzt. Danach komm ein "ok" und es wird weitergegangen. Wenn der Hund das nach einiger Zeit begriffen hat, wird das Kommando "sitz" durch "sitz Straße" ersetzt. Nach einiger Zeit kann man dann probieren, ob alleine das Kommando "Straße" genügt, um den Hund ins Sitz zu bringen - das kann man auch irgendwo auf der Wiese testen. Hund schaut Frauchen an, Frauchen sagt "Straße", Hund setzt sich hin - Bingo!!
Nun kann man dazu übergehen, bei wenig befahrenen Straßen dieses Kommando abgeleint zu üben. - Hund läuft voraus, kommt an eine Straße - Kommando "Straße" - wenn sich der Hund dann sofort hinsetzt, dann hat er's begriffen!!


Ableinen
Ich finde es nervend, wenn ein Hund, während ich ihn ableinen will, wie ein Irrer zieht, weil er unbedingt jetzt und sofort z.B. auf der Wiese toben will. Daher hab ich mir beim Gregos angewöhnt, dass er zuerst sitzen muss, dann wird er abgeleint, und auf das Kommando "ok" darf er loslaufen. Das bedeutet, Hund darf nicht losstürzen, sobald der Karabiner der Leine "klick" macht, sondern muss brav sitzen bleiben, bis ich das Kommando "ok" gebe und er loslaufen darf.


Anspringen
Dieses Problem haben wohl viele Hundebesitzer. Unter all den Tips, von "Hund zurück auf den Boden drücken", "Knie hochziehen, damit der Hund ins Knie springt" usw. finde ich Folgenden am Besten: Wenn der Hund einen anspringt, sofort wegdrehen und den Hund ignorieren. Wenn der Hund dann aufhört zu springen und sich ruhig verhält, dann zum Hund runterbeugen und loben. Das ist natürlich schwer, weil man selbst den Hund begrüßen will, wenn man nachhause kommt. Aber es lohnt sich, denn so hat man wirklich bald einen Hund, der einen mit allen vier Pfoten am Boden begrüßt.
Bei fremden Leuten ist das natürlich schwierig. Meist ist es so, dass der Welpe einen fremden Mensch anspringt, dafür mit "Du bis aber ein süßes Hunderl" und reichlich Streicheleinheiten belohnt wird - Hundi lernt: Aha, fürs Anspringen gibt's Lob. Am Besten trainiert man das "Nichtanspringen von fremden Leuten" mit einigen Bekannten, die man "zufällig" auf der Straße trifft und die sich dann wie oben beschrieben verhalten.


Alleine bleiben
Das Alleinebleiben haben wir dem Gregos folgendermaßen beigebracht: Wenn er mal geschlafen hat, dann bin ich aus dem Zimmer raus und hab ihn alleingelassen - die Zimmertüre blieb aber offen. Als nächste Stufe hat er z.B. etwas zu knabbern bekommen und wurde wieder alleine gelassen; danach wurde die Türe zugemacht. Er blieb aber immer nur ganz kurz alleine. Also: Raus aus dem Zimmer, Türe zu, kurz danach wieder ins Zimmer rein. Sowohl beim Verlassen als auch beim Betreten des Zimmers ganz normal verhalten - also nicht Hundi loben usw. - es soll ja was ganz Normales sein, wenn er alleine ist.
Nächste Stufe war dann, dass ich die Wohnung verlassen habe. Ich bin dann vor der Eingangstüre stehen geblieben und nach kurzer Zeit wieder hinein. Diese "Wartezeiten" vor der Türe hab ich dann immer weiter ausgedehnt, bis ich es mich dann mal getraut habe, für 15 Minuten einkaufen zu gehen - der Gregos bliebt ganz brav. Auch diese 15 Minuten wurden mit der Zeit immer weiter ausgedehnt und nun bleibt er problemlos für einige Stunden alleine.


zum Schluss noch ein Tipp:

Alles, was man dem Welpen erlaubt, ist dem erwachsenen Hund nur noch schwer zu verbieten. Will man also, dass der Hund nicht auf das Sofa geht, dann darf man es auch dem Welpen nicht erlauben. Wenn der Welpe im "Spielrausch" immer wieder fest in Finger und Beine zwickt, dann darf man das nicht mit dem Kommentar "er ist ja noch soo klein" abtun - jeder Welpe wird mal groß und dann kann dieses Schnappen schon sehr unangenehm werden!