Jeder kennt doch das typische Klischeebild des Golden Retrievers: freundlich zu jedermann, kinderlieb, geduldig, gehorsam, bildschön, .....
Und genau diese Punkte sind es, die viele Leute dazu verleiten, sich unüberlegt einen Golden Retriever anzuschaffen. Man will einen Familienhund, der nett und lieb ist und "sich quasi von selbst erzieht".
Doch Vorsicht: Auch ein Golden Retriever ist ein Hund, auch ein Golden Retriever braucht konsequente (aber nicht harte!) Erziehung, sonst kann selbst dieser Hund zu einem Haustyrannen werden.

Und vor allem: Einen Golden Retriever kauft man NUR bei einem seriösen und guten Züchter! Der Golden Retriever wurde zum Modehund - und das ist für keine Hunderasse gut! Dann wird diese Rasse von zweifelhaften Personen "vermehrt" ohne Rücksicht auf Genetik, Krankheiten und Wesen. Und schon wird aus dem Traumhund ein Alptraumhund.
Wenn man nicht die Mutter des Welpen kennt, für den man sich interessiert, wenn man die Aufzuchtbedingungen nicht kennt - dann FINGER WEG!!
Auf gar keinen Fall kauft man einen Golden Retriever (oder jeden anderen Hund) in der Tierhandlung, aus dem Kofferraum eines Hundehändlers oder bei Hundevermehrern. Diese Welpen wurden meist viel zu früh von ihrer Mutter getrennt, haben in den so wichtigen ersten Lebenswochen keinerlei Prägung und Sozialisierung auf den Menschen und ihre Umwelt erfahren und müssen dann meist noch wochenlang in irgendeinem Verschlag sitzen, bis sie endlich erlöst werden. Diese Tiere weisen dann oft schwere Verhaltensstörungen auf, die schwer oder gar nicht mehr zu beheben sind.

Genauso wichtig wie die Frage nach dem Züchter ist die Frage "passt der Golden zu mir und meinem Leben?". Klar, der Golden ist ein toller Hund, stellt aber auch erhebliche Ansprüche an seinen Besitzer. Mit drei Mal täglich um den Häuserblock Gassi gehen wird ein Golden nicht glücklich. Mindestens drei Stunden täglich toben, laufen, spielen ist angesagt! Und das bei JEDEM Wetter! Mein Golden zum Beispiel liebt gerade das Schmuddelwetter, wenn es kalt, nass und dreckig ist. Das hat natürlich auch zur Folge dass er immer wieder massenhaft Dreck in die Wohnung bringt. - Mit einem Golden Retriever wird man zum Putzprofi! Auch die Haare darf man nicht unterschätzen - kaum hat man gewischt und gesaugt, da schüttelt sich der Hund einmal und man könnte fast von vorne anfangen. Auch sind die meisten Golden richtige Wasserfanatiker. Kein Teich, kein Tümpel, kein Bach, ja nicht einmal Wasserlacken sind vor ihm sicher.

Klar, der Golden ist relativ leicht zu erziehen - trotzdem: Auch der Golden braucht eine vernünftige Ausbildung! Am besten beginnt man natürlich mit einer guten Welpenspielgruppe, wo die Kleinen den Umgang untereinander erlernen und schon einige kleine Kommandos geübt und die Welpen auf diverse Umweltreize geprägt werden. Danach ab in den Junghundekurs! Auch eignet sich der Golden ausgezeichnet für diverse Hundesportarten wie zum Beispiel Agility, Flyball, Breitensport.
Und der Golden braucht sinnvolle Beschäftigung! Sonst verkümmert er.

Das alles sollte man sich VOR der Anschaffung eines Golden überlegen. Er macht viel Arbeit, gibt aber viel Liebe, Zuneigung und Treue an seinen Besitzer zurück.
Wenn man einmal die Vorzüge eines Golden erlebt hat, dann ist man dieser Rasse verfallen und möchte nie wieder einen anderen Hund besitzen.


Sieht so Ihr Traumhund aus? Wenn nicht, dann sollten sie die Finger von dieser Rasse lassen ...